„Als Gründe für diese Ausnahmen gibt das Land etwa Zugehörigkeit zu gewachsenen Strukturen an, bei Schuleinzugsgebieten oder den Kreisklassen der Sportvereine. Die Zugehörigkeit zu Wahlkreisen an Fußballklassen festzumachen ist lächerlich. Aber wenn man das so will, gehört Heeseberg erst recht in den Wahlkreis Helmstedt. Denn auch im Fußball gehört Heeseberg zur Kreisklasse Helmstedt und nicht zur Kreisklasse Wolfenbüttel. Trotzdem ist hier keine Ausnahme vorgesehen. Das ist widersprüchlich oder mit zweierlei Maß gemessen und das ist verfassungsrechtlich mehr als fragwürdig“, so Landrat Gerhard Radeck.
Landesregierung „respektlos“ gegenüber Helmstedter Kreistag
Unverständnis zeigte Radeck außerdem dafür, dass die Landesregierung auf eine vom Helmstedter Kreistag im Dezember einstimmig beschlossene Resolution gegen die Zerschneidung des Wahlkreises bislang nicht einmal reagiert hat:
„Die Nichtreaktion der Landesregierung auf eine so eindeutige parteiübergreifende Kritik empfinde ich als respektlos. Im Landkreis Emsland jedenfalls wurde laut Medienberichten dieselbe Kritik vorgebracht wie vom Landkreis Helmstedt und damit die einzige Änderung des Regierungsvorschlags zum Neuzuschnitt seines Wahlkreises bewirkt.“
Heesebergs Samtgemeindebürgermeister Philipp Ralphs bekräftigt die deutliche Kritik:
„Unsere Samtgemeinde ist nicht erst seit gestern fester Bestandteil des Landkreises Helmstedt. Wir haben freundschaftliche nachbarschaftliche Beziehungen zu Wolfenbüttel, sind ansonsten aber in allen Belangen an Helmstedt angebunden. Das sieht selbst der Kreiswahlleiter aus Wolfenbüttel so. Das Land geht in seinem Gesetzentwurf darüber einfach hinweg, statt wenigstens auf unsere Argumente zu reagieren, das empfinden wir vorsichtig ausgedrückt als nicht sachgerecht.“
Text und Bild: Landkreis Helmstedt