Bogenschießen in der Samtgemeinde Grasleben

Samtgemeinde Grasleben

Michael Kopischke schildert eine angesagte Freizeitbeschäftigung.

 

Als zuständiger Referent für den Bogensport im Kreissportschützenverband Helmstedt (KSSV) möchte ich Ihnen einen Einblick in den Bogensportbereich unserer Samtgemeinde gewähren. Bitte erlauben Sie mir im Voraus, Ihnen einige Informationen über mich zu übermitteln. Seit nunmehr vier Jahrzehnten befasse ich mich mit dem Bogenschießsport in Grasleben. Seit dem Jahr 2007 bekleide ich das Amt des Bogenreferenten im Kreissportschützenverband Helmstedt. Darüber hinaus bin ich gegenwärtig für die Bogensportabteilung des TSV Grasleben verantwortlich. Ferner habe ich ein Mandat im geschäftsführenden Vorstand des Vereins. In meiner Funktion als Kreisbogenreferent betrachte ich es als meine Aufgabe, den von mir hochgeschätzten Bogensport sowohl in unserer Samtgemeinde als auch im Landkreis Helmstedt zu fördern und dessen Weiterentwicklung voranzutreiben. Nun zum Bogenschießen in unserer Samtgemeinde:

 

Bogensport gilt als Rehabilitationssport.

In drei Vereinen unserer Samtgemeinde erfreut sich der Schießsport mit Pfeil und Bogen ebenfalls einer großen Beliebtheit. Der Bogensport ist eine Sportdisziplin, die höchste Konzentration und Entspannung vereint und zudem als Rehabilitationssport anerkannt ist. Die Schützengesellschaft Ahmstorf, die Graslebener Schützengesellschaft sowie der TSV Grasleben sind etablierte Institutionen, in denen der Bogensport betrieben wird. In der bevorstehenden Sommersaison wird den Bürgern der Samtgemeinde die Gelegenheit geboten, durch ein Probetraining in einem der Vereine den Bogensport eingehend kennenzulernen. Es empfiehlt sich jedoch, vorab mit dem jeweiligen Verein in Verbindung zu treten. Zur Ermittlung der Ansprechpartner besuchen Sie bitte die am Ende aufgeführten Internetseiten der jeweiligen Vereine. 

 

Grasleben ist der Austragungsort der olympischen Bogen-Kreismeisterschaften.

Seit 2008 findet jedes Frühjahr auf dem Bogensportplatz in Grasleben die olympische Kreismeisterschaft statt, bei der die besten Bogenschützen des Kreises Helmstedt gegeneinander antreten. Als Bogenreferent bin ich für die Ausrichtung dieser Meisterschaft zuständig. Die Bogensportler des TSV Grasleben unterstützen mich in diesem Vorhaben und treffen die notwendigen Vorkehrungen zur Durchführung des erwähnten Wettkampfs. Die geschossene Meisterschaft dient als Sprungbrett zur Landesmeisterschaft, wenn die vom Niedersächsischen Sportschützenverband (NSSV) vorgeschriebenen Limit-Ringzahlen erreicht werden. Im Landkreis Helmstedt sind derzeit etwa 200 Bogenschützinnen und Bogenschützen aktiv. Ein Großteil von ihnen engagiert sich in Schützenvereinen, jedoch auch in Sportvereinen wie dem TSV Grasleben und dem TSVG Helmstedt.   

 

Im Bereich des Bogensports gibt es gegenwärtig zwei verschiedene Disziplinen.

Die erste Disziplin stellt das olympische Bogenschießen dar. Innerhalb dieser Sportart werden sowohl im Training als auch bei Meisterschaften Wettkampfauflagen beschossen, welche an Strohscheiben befestigt sind. Die Entfernungen zu den verschiedenen großen Zielauflagen liegen je nach Alter zwischen 18 und 70 Metern. Die Altersklassen sowie die Distanzen werden durch die Sportordnung des Niedersächsischen Sportschützenverbandes (NSSV) reglementiert. Folglich kennen die Bogenschützen in dieser Disziplin die zurückzulegenden Distanzen. Bei diesem Wettbewerb finden Blank-, Recurve- und Compoundbögen Verwendung. Das 3D-Bogenschießen, gleichfalls unter der Bezeichnung „traditionelles Bogenschießen“ bekannt, stellt die zweite Disziplin innerhalb dieser Sportart dar. Diese Disziplin des Bogenschießens zeichnet sich primär dadurch aus, dass auf einem Waldparcours auf dreidimensionale und naturgetreu gestaltete Tierattrappen aus Kunststoff gezielt wird. In der Regel finden in dieser Disziplin traditionelle Jagdbögen (Blankbögen oder Langbögen) ohne Zielhilfsmittel Verwendung, die jenen ähneln, derer sich einst Robin Hood bediente. Sowohl Compound- als auch Recurve-Bögen werden weniger häufig verwendet, aber gelegentlich auch eingesetzt. In den vergangenen Jahren konnte in unseren Vereinen ein erfreulicher Zuwachs an Mitgliedern in dieser Bogendisziplin festgestellt werden. 

 

Ausschließlich Ahmstorf ist im Besitz eines Waldparcours.

Obwohl die Schützengesellschaft Grasleben und der TSV Grasleben ihren Bogensportlern das Schießen auf 3-D-Tierattrappen ermöglichen, ist die Durchführung mangels eines eigenen Waldparcours beider Vereine ausschließlich auf dem Bogengelände in Grasleben realisierbar. Lediglich die Schützengesellschaft Ahmstorf stellt innerhalb der Samtgemeinde den einzigen Verein dar, welcher ihren Bogenschützen die Ausübung der traditionellen 3-D-Bogendisziplin im Waldgebiet ermöglicht. Angesichts der Beliebtheit dieser 3-D-Bogendisziplin innerhalb unserer Vereine hat der Vorstand des KSSV die Entscheidung getroffen, zusätzlich zu der olympischen Kreismeisterschaft in Grasleben künftig auch eine jährliche 3-D-Kreismeisterschaft auf dem Waldparcours in Ahmstorf auszurichten. Die Ahmstorfer Bogenschützen organisieren und bereiten diesen Kreiswettkampf vor.

 

Warum ist das traditionelle Bogenschießen auf einem Waldparcours so beliebt?

Ein typisches Merkmal dieser traditionellen Art des Bogenschießens ist die Anwesenheit des Schützen in einem Waldgebiet. Im Verlauf des Trainings stellt sich ein Gefühl der Freiheit ein, da die Lokalisierung des nächsten tierischen Zielobjekts einen Fußmarsch im Wald erforderlich macht. Auf dem Waldparcours von Ahmstorf werden für einen Trainingstag bis zu vierzig Tierattrappen in unterschiedlichen Entfernungen und in realitätsnaher Ausgestaltung von den Mitgliedern positioniert. Gleichzeitig wird beim Aufbau für reichlich Abwechslung gesorgt – sowohl bei der Anordnung der Tiere als auch bei den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Im Rahmen des Trainings werden die Fertigkeiten der Bogenschützen kontinuierlich neuen Herausforderungen unterzogen.

 

Der Ahmstorfer Parcours umfasst sowohl ansteigendes als auch abfallendes Gelände, wodurch sich Ziele ergeben, die entweder hangaufwärts oder hangabwärts zu bewältigen sind. Auch das Schießen über einen Teich hinweg ist durchführbar. Demzufolge werden realitätsnahe Jagdsimulationen und sportliche Wettkämpfe durch naturnahe Bewegungsabläufe im Wald miteinander verbunden. Aus diesem Grund kann eine Trainingseinheit, je nach der Anzahl der aufgestellten Tierattrappen, drei bis vier Stunden oder länger in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zum olympischen Schießen müssen die Bogenschützen die Entfernungen zu den unterschiedlich großen Tierzielen abschätzen. Die maximale Distanz zum Zielobjekt sollte, analog zur olympischen Disziplin, 70 Meter nicht überschreiten.  Natürlich hat ein dreidimensionales Zielobjekt, das 70 Meter entfernt liegt, eine gewisse Größe. In vielen Fällen handelt es sich um einen aufgerichteten Grizzlybären oder ein ähnliches Tier. Dennoch stellt es für jeden Bogenschützen eine große Herausforderung dar, die Tiere auf dieser Distanz ohne jegliche Zielhilfe zu treffen.

 

Die Graslebener Bogenschützen beteiligen sich während der Sommersaison oftmals an den 3D-Trainingseinheiten in Ahmstorf, da das Schießen im Wald ein ungleich größeres Vergnügen darstellt.

 

Im Zuge der Vorbereitungsmaßnahmen für die in Grasleben stattfindende olympische Kreismeisterschaft absolvieren auch die Bogenschützen aus Ahmstorf Trainingseinheiten in Grasleben.    

 

Newcomer werden Gefallen am Bogenschießen finden.

In unserer Samtgemeinde stellt der Bogensport eine Freizeitbeschäftigung dar, die gegebenenfalls auch das Interesse von Neueinsteigern zu wecken vermag. Denn beim Bogenschießen ist die Konzentration von weit größerer Bedeutung als der übermäßige Einsatz von Kraft. Für diese Sportart sind keine außergewöhnlichen körperlichen Voraussetzungen erforderlich. Der Lernprozess erweist sich weder als schwierig noch als beschwerlich. Es steht einer jeden Person frei, sich zu entscheiden, ob sie den Bogensport lediglich zur Entspannung oder als Leistungssport ausüben möchte.  Ein nicht zu unterschätzender weiterer Vorteil des Bogenschießens besteht darin, dass dieser Sport unabhängig von der Jahreszeit im Freien oder in geeigneten Hallen ausgeübt werden kann. Die Webpräsenzen unserer drei Vereine offerieren Interessenten des Bogenschießens die Möglichkeit, sich detailliert über diesen Sport zu informieren.

 

Hier die entsprechenden Webseiten der Vereine:

 

Schützengesellschaft Ahmstorf: www.sg-ahmstorf.de   

Schützengesellschaft Grasleben: www.sg-grasleben.de

TSV Grasleben: www.tsv-grasleben.de  

 

Text und Bild: Michael Kopischke

 

Bild zur Meldung: Bogenschießen in der Samtgemeinde Grasleben. (Bild: Michael Kopischke)