Neujahrsempfang in der Samtgemeinde Grasleben
Rund 100 Gäste aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Feuerwehren und dem gesellschaftlichen Leben folgten der Einladung zum Neujahrsempfang der Samtgemeinde Grasleben. Mitte Januar kamen sie in der Aula der Grundschule zusammen, um gemeinsam auf das vergangene Jahr zurückzublicken, Dank auszusprechen und den Austausch zu pflegen. Organisiert wurde die Veranstaltung erneut in bewährter Zusammenarbeit mit dem Verein Grasleben für alle e.V.
Rückblicke mit Humor und Dank
Samtgemeindebürgermeister Gero Janze eröffnete den Empfang und erinnerte sich an seine Anfangszeit im Amt seit 2012. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schilderte er seine frühere Anspannung vor den Neujahrsempfängen – stets begleitet von der Sorge, ob organisatorisch alles reibungslos laufen würde. Rückblickend überwiege jedoch eindeutig die Zufriedenheit: Das positive hätte ihm immer wieder gezeigt, wie sehr sich der Einsatz lohne. Für Heiterkeit sorgte eine Anekdote aus seiner ersten Bürgermeisterrunde im Landkreis, als ihn der damalige Landrat mit einer überraschend bodenständigen Brötchenbestellung empfing – ein Moment, der die Atmosphäre in der Aula spürbar auflockerte.
Ehrenamt als tragende Säule
Landtagsabgeordnete Veronika Bode ging in ihrem Grußwort auf die angespannte finanzielle Lage von Samtgemeinde und Landkreises ein. Trotz hoher Verschuldung warb sie für Zuversicht und gemeinsames Handeln. Besonders hob sie hervor, dass der Neujahrsempfang nur durch ehrenamtliches Engagement möglich sei: Helferinnen und Helfer kümmerten sich um Imbiss, Getränke und Organisation – vollständig kostenfrei für die Samtgemeinde. Getragen werde die Veranstaltung allein vom Verein Grasleben für alle e.V.
Musikalische Akzente
Für den musikalischen Rahmen sorgten Musikanten der Kreismusikschule. Der Pianist Paul Kaiser beeindruckte mit technischer Sicherheit und großer Spielfreude. Auch Holly Schmidt, Charlotte Heiligtag und Wolfgang Behrenz erhielten für ihre Beiträge viel Applaus.
Ehrung der „stillen Stars“
Ein fester Bestandteil des Neujahrsempfangs ist die Auszeichnung der sogenannten stillen Stars – Menschen, die sich oft über viele Jahre hinweg im Hintergrund für das Gemeinwohl einsetzen.
Gemeinde Querenhorst - Faschingsjugend
Für Querenhorst dankte Bürgermeisterin Jessika Kula den langjährig engagierten Vorsitzenden der Faschingsjugend: Wilfried Strauß, Carsten Hütter, Stefan Besecke, Sven Tappiser, Rouven Hübner und Nils Ostendorp. Ihr Einsatz habe das Dorfleben über Jahrzehnte geprägt und Generationen verbunden.
Gemeinde Grasleben – Wolfgang Dunkhorst
Für die Gemeinde Grasleben wurde Wolfgang Dunkhorst geehrt. Seit vielen Jahrzehnten prägt er das musikalische und kulturelle Leben der Gemeinde. Er leitet nicht nur den Posaunenchor St. Maria und die Bergkapelle Grasleben, sondern ist auch als Musiklehrer tätig und versteht es, Menschen jeden Alters für Musik zu begeistern. In der Laudatio wurde deutlich, dass Musik für ihn weit mehr ist als ein Hobby: Sie ist verbindendes Element, Ausdruck von Gemeinschaft und kultureller Identität. Ob bei kirchlichen Anlässen, Konzerten, Dorffesten oder Probenarbeit – Wolfgang Dunkhorst ist stets mit großem Engagement präsent. Die Auszeichnung nahm er sichtlich bewegt entgegen und betonte, dass sie stellvertretend für seine Familie und alle Mitmusikerinnen und Mitmusiker stehe.
Gemeinde Mariental – Sandra Giebel
In Mariental ehrte Bürgermeister Martin Klein Sportlerin Sandra Giebel. Ihr Engagement ist außergewöhnlich vielseitig: Seit vielen Jahren wirkt sie in Vereinen, bei Dorffesten und insbesondere im Handballsport mit. Hervorgehoben wurde ihr langjähriger Einsatz im Kinderhandball, wo sie nicht nur als Trainerin, sondern auch als Organisatorin, Betreuerin, Schiedsrichterin und Zeitnehmerin tätig war. Mit großem persönlichen Einsatz hat Sandra Giebel in Mariental ein neues Niveau der Kinder- und Jugendsportarbeit aufgebaut. Sie hat Strukturen geschaffen, Teams begleitet, Eltern eingebunden und Generationen von Kindern für den Sport begeistert. Ohne ihr Engagement wäre ein wesentlicher Teil der heutigen Nachwuchsarbeit in dieser Form kaum denkbar.
Besondere Ehrung – Veronika Bode
Eine besondere Ehrung erhielt schließlich Veronika Bode selbst. In seiner Laudatio machte Gero Janze deutlich, wie außergewöhnlich breit ihr Engagement ist. Sie ist Gründungsmitglied und Vorsitzende des Vereins „Grasleben für alle“, war maßgeblich an der Wiederbelebung des Neujahrsempfangs beteiligt und organisiert seit vielen Jahren Dorffeste, Weihnachtsmärkte und zahlreiche weitere Veranstaltungen. Hinzu kommen langjährige Aktivitäten in Chören, Partnerschaftsvereinen, kirchlichen Gremien sowie ihr umfassendes kommunalpolitisches Engagement auf Gemeinde-, Samtgemeinde- und Kreisebene. Die Ehrung kam für sie überraschend und wurde sichtlich gerührt entgegengenommen.
Offene Worte zur Sicherheit
Gastredner des Tages war Uwe Lange, Vizepräsident der Polizeidirektion Braunschweig. In seinem Vortrag sprach er offen über die Sicherheitslage bei Fußballspielen, insbesondere bei den Niedersachsen-Derbys zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96. Seit 2022 sei es dabei zu zahlreichen Verletzten gekommen – auch unter Polizei- und Rettungskräften. Er schilderte anschaulich Wege, über die Pyrotechnik in Stadien gelange, und machte deutlich, dass die Verantwortung für die Sicherheit in den Stadien bei den Vereinen liege. Ziel sei es, künftig mit weniger sichtbarer Polizeipräsenz auszukommen, ohne die Sicherheit zu gefährden.
Fazit
Der Neujahrsempfang der Samtgemeinde Grasleben zeigte eindrucksvoll, wie wichtig ehrenamtliches Engagement, gegenseitige Wertschätzung und der offene Austausch für das Zusammenleben in den Gemeinden sind – und dass hinter einer lebendigen Gemeinschaft immer Menschen stehen, die sich mit Herzblut einbringen.
Bilder: Harald Bendler
Bild zur Meldung: Ein fester Bestandteil des Neujahrsempfangs ist die Auszeichnung der "stillen Stars". (Bild: Harald Bendler)

